 |
Tibetisch: Annehmen und Aussenden |
Schwere in Leichtigkeit zu verwandeln, ist hier kein mystischer Teilbereich der Alchemie, sondern eine ernsthafte, kontemplative-Methode aus dem tibetischen Shambala-Buddhismus.
Die Methode heißt Tonglen (tibetisch: Annehmen und Aussenden) und wurde vor über 1000 Jahren in buddhistischen Klöstern Tibets von Mönchen entwickelt, um schwere und belastende Gefühle in Freude und Leichtigkeit zu verwandeln. Die gab es auch damals schon.
Die Tonglen-Praxis verwendet den Atem beim Einatmen mit der Visualisierung von Schwere und beim Ausatmen mit der Visualisierung von Leichtigkeit und Freude.
Was sich im Grunde sehr einfach anhört, braucht korrekte vorbereitende Schritte und Anleitung, weshalb es nicht angeraten ist, Tonglen ohne vorherige Anleitung zu machen.
Auch wenn man noch nicht mit Tonglen vertraut ist, ist es aber kein Fehler, sich im Vorfeld damit zu beschäftigen. Das wird einem den Einstieg in die Praxis enorm erleichtern.
Hintergrund und tieferer Sinn der Übung ist, sich den Anteilen und Gefühlen zuzuwenden, denen man sich gewöhnlich verschließt. Erst die bewusste Hinwendung und Öffnung macht es möglich, loslassen zu können.
Das Loslassen oder die Befreiung von einer Last, folgt auf die Hinwendung an das was belastet.
Ayya Khema, Nonne der buddhistischen Theravada-Tradition, erklärt die Mystik und zugleich Logik dieses Prozesses.
eBook bei Thalia.de
Das Prinzip der Zuwendung, um transformieren und loslassen zu können, ist beileibe keine neue Erfindung, die sich Tonglen zu eigen gemacht hätte, sondern ein universelles und altes Prinzip, das auch in vielen anderen Heilslehren und in der Psychologie zur Anwendung kommt.
Dem Prinzip zufolge macht man umgekehrt Belastendes durch Ablehnung und Verneinung nur noch schwerer.
Die gewünschte Wirkung der Übung hat nicht nur zum Ziel, dass es einem selbst besser ginge, sondern Tonglen trachtet danach, einen selbst offener, mitfühlender und liebevoller für alle Wesen zu machen.
Durch das Aufweichen der eigenen, inneren Härte, indem Belastendes zugelassen und nicht abgewehrt wird, werden wir durchlässiger, empfänglicher und mitfühlender für Leid - ob es nun unser eigenes ist oder das anderer Wesen. Mit dieser Durchlässigkeit und Empfänglichkeit, wenden wir uns dem Leid zu, nehmen es ins transformierende Herz in uns auf und senden transformierte Energie als Erleichterung, Wohlwollen, Liebe und Zuwendung an uns selbst und andere aus.
Wie bereits erwähnt, macht es Sinn, sich im Vorfeld mit der Materie vertrauter zu machen.
Für Tonglen gibt es ein sehr schönes Buch von Gelongma Pema Chödrön, einer buddhistischen Nonne. In ihrem Buch gibt sie eine Menge nützlicher Tipps zum Umgang mit Hindernissen währender der Übung und viele Beispiele für die Tonglen-Anwendung im Alltag. Ich habe das Buch mit großem Interesse gelesen und nutze es auch immer mal wieder, wenn ich Fragen habe.Wenn du magst, bestelle es dir bei Thalia.de.
Habe ich dein Interesse geweckt?
Welche Themen in diesem Bereich interessieren dich noch?
Schreib mir in die Kommentare!
Eine kontemplative-Methode bezeichnet einen vertieften, nachdenklichen Zustand der inneren Ruhe und Konzentration. Es handelt sich oft um eine Form der meditativen Reflexion, bei der eine Person über bestimmte Themen, Fragen oder Gefühle nachdenkt. Kontemplation kann sowohl spirituelle als auch philosophische Aspekte haben und wird häufig zur Selbstbesinnung, zur Klärung von Gedanken oder zur Ergründung tieferer Bedeutungen genutzt. In vielen religiösen Traditionen ist Kontemplation auch eine Praxis, die dazu dient, eine tiefere Verbindung zum Göttlichen oder zur eigenen Spiritualität herzustellen.
Ayya Khema (1923–1997) war eine deutsch-amerikanische buddhistische Nonne, Lehrerin und Autorin, die eine zentrale Rolle bei der Verbreitung des Theravada-Buddhismus im Westen spielte. Sie war bekannt für ihre klare und zugängliche Vermittlung buddhistischer Lehren, insbesondere der Meditation und der Einsichtspraktiken, und setzte sich stark für die Gleichberechtigung von Frauen im buddhistischen Mönchsorden ein.
Gelongma Pema Chödrön wurde 1936 als Deirdre Blomfield-Brown in New York City geboren. Sie besuchte die Miss Porter’s School in Connecticut und schloss ihr Studium an der University of California in Berkeley ab. Sie unterrichtete viele Jahre als Grundschullehrerin in New Mexico und Kalifornien.
Mit Mitte dreißig reiste sie in die französischen Alpen und begegnete dort Lama Chime Rinpoche, bei dem sie mehrere Jahre studierte. Während ihres Studiums bei ihm in London wurde sie 1974 Novizin.
Pema begegnete 1972 Chögyam Trungpa Rinpoche. Lama Chime ermutigte sie, mit Rinpoche zusammenzuarbeiten, und mit ihm knüpfte sie schließlich ihre tiefste Verbindung. Von 1974 bis zu seinem Tod 1987 studierte sie bei ihm. 1981 in Hongkong erhielt sie die volle Bikshuni-Ordination in der chinesischen Linie des Buddhismus.
Pema leitete den Karma Dzong in Boulder, Colorado, bis sie 1984 ins ländliche Cape Breton, Nova Scotia, zog, um die erste Leiterin der Abtei Gampo zu werden. Chögyam Trungpa Rinpoche gab ihr ausdrückliche Anweisungen zur Gründung dieses Klosters für westliche Mönche und Nonnen.
Pema unterrichtet derzeit in den Vereinigten Staaten und Kanada.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen